Geschichte2018-02-25T18:03:18+00:00

Entnommen aus dem Geschichtsbuch der Gemeinde Renquishausen.
Autoren Werner Moser und Josef Schilling:

Es ist sicher anzunehmen, daß bei der Gründung des Turnvereins, wie der Verein anfänglich genannt wurde, im Jahr 1924 eine über-aus dringende Notwendigkeit bestand, einen Verein sportlicher Art ins Leben zu rufen. Nicht zuletzt deshalb, weil einfach keine Möglichkeiten in unserer Gemeinde vorhanden waren, daß sich heran-wachsende junge Männer in irgend einer Weise sportlich betätigen konnten.

Die ersten Funktionäre im Gründungsjahr waren:
Stefan Schilling Vorsitzender
Jakob Beiter Schriftführer
Johann Stehle Kassier
Johann Maier Erster Turnwart
Valentin Schilling Zweiter Turnwart
Johann Ragg Ausschußmitglied
Anton Rack Ausschußmitglied
Paul Hipp Ausschußmitglied
Edmund Schilling Ausschußmitglied

Kurz nach der Gründung haben sich bereits Aktivitäten kultureller und sportlicher Art entwickelt. Der Turnverein hat mit dem Gesangverein gemeinsam eine Weihnachtsfeier abgehalten, dabei wurde das bekannte Theaterstück „Der Student von Ulm“ aufgeführt. Der beachtliche Gewinn von 229,40 Mark bildete damals einen Grundstock für die Vereinskasse.
Die ersten Aufzeichnungen im Vereinsbuch lassen erkennen, daß 43 aktive und drei passive Mitglieder dem Verein angehört haben. Da natürlich keine finanziellen Mittel vorhanden waren, mußten gleich zu Beginn zwei Mark Vereinsbeitrag erhoben werden. Auch wurde für unentschuldigtes Fehlen bei einer Turnstunde 10 Pfennig Strafe erhoben. In den Turnstunden, die wöchentlich zweimal im Gasthaus Hirschen abgehalten wurden, wurde größte Disziplin verlangt.

Im Jahr 1925 wurden dem Publikum nach der Theateraufführung zum ersten Male turnerische Übungen vorgeführt. Nach inneren Schwierigkeiten, die der Verein auszustehen hatte, erzielte eine Turnerriege unseres Vereins bei einem Turnfest in Weilheim gute Leistungen. Valentin Schilling erturnte sich als Einzelturner einen zweiten Platz.

Große Anstrengungen waren nötig, um weitere Turngeräte anzuschaffen. 1927 wurde ein Waldfest abgehalten, um die Finanzen zu stärken. Ebenso wurde jährlich eine Weihnachtsfeier veranstaltet. Schöne Wanderungen bildeten einen Ausgleich und förderten die Geselligkeit der Mitglieder.

Sportbewußte und verantwortungsvolle Mitglieder wollten den Verein noch enger binden. Sie beschlossen, als Symbol des Vereins eine Fahne anzuschaffen. Die Hauptkosten wurden mit Anteilsscheinen, die von Mitgliedern gekauft wurden, gedeckt. Die Fahnenweihe wurde am 8. und 9. Juni 1929 abgehalten. 21 auswärtige Vereine beteiligten sich an diesem Fest. Der Turnverein Wurmlingen übernahm damals bereitwillig die Patenschaft.

Am 28. August 1932 wurde anläßlich eines Gartenfestes zum ersten Male ein Fußballspiel ausgetragen. Schon damals wurde auch bei uns der Trend der Zeit erkannt. Ältere Mitglieder bedauerten diese Umstellung mit dem Hinweis, der wachgerufene Fußball könnte dem Turnsport die Schau stehlen. Während in den Jahren 1934 bis 1937 das Turnen immer mehr zurückging und der Verein erhebliche wirtschafliche Schwierigkeiten zu überwinden hatte, die auch durch einen überaus hohen Gaubeitrag ausgelöst wurden, hat sich in den weiteren Jahren erfreulicherweise eine erneute Aufwärtsentwicklung im Turnverein erkennbar gemacht.

Nach den furchtbaren Kriegsjahren von 1939 bis 1945 hat sich der Turnverein neu konstituiert. Wenn auch die Vereinsarbeit nur vorübergehend geruht hat, mußte der Turnverein nach den Bestimmungen der damaligen französischen Besatzungsmacht neu gegründet werden. Der Vollzug wurde durch die Wiedergründungsversammlung am 29. Februar 1948 im Gasthaus Rößle bestätigt. Der frühere Vorsitzende Johann Stehle leitete die Versammlung. Mit tiefem Bedauern stellte er fest, daß einige Sportkameraden ihr Leben für Volk und Vaterland opfern mußten und leider große Lücken im Turnverein hinterließen. Die erforderlichen Neuwahlen erbrachten folgendes Ergebnis:
Erster Vorsitzender Hans Schilling, Schriftführer Franz Dreher und Kassier Matthias Stehle. Zu Ausschußmitglieder wurden Jakob Beiter, Gallus Schiling, Johannes Müller, Matthias Mattes, Oswald Leibinger und Ewald Hipp gewählt.

Nun galt es den Verein mit Leben zu erfüllen. Die neue Fußballmannschaft ging zuversichtlich in die Runde. Einen zusätzlichen Aufschwung brachte das Fußballturnier, das am 25. Juni 1948 auf dem neu hergerichteten Sportplatz abgehalten wurde. Im selben Jahr konnte auch eine zweite Fußballmannschaft angemeldet werden. Zur Freude der älteren Mitglieder konnte 1951 der Turnstundenbetrieb wieder aufgenommen werden.

Wenn es auch im Fußballsport hin und wieder Höhen und Tiefen gab, so zeigte sich unsere Manschaft in den fünfziger Jahren von ihrer besten Seite. Neben dem sportlichen Erfolg kam die Kameradschaft und die Geselligkeit nie zu kurz. Einen absoluten Höhepunkt bildete für den Fußballverein das zweite Heuberg-Wanderpokalturnier in Böttingen, das unsere Mannschaft für sich entschied. Auch in allen weiteren Jahren konnte der Sportverein Erfolge verbuchen. Am 16. Juni 1963 wurde die Jugend im Verband angemeldet. Noch einmal sind die Jungturner unter Turnwart Josef Stehle aktiv geworden.

Nach 13 Jahren guter und intensiver Arbeit gab Hans Schilling, Buchweg, das Amt als Vorsitzender im Jahr 1969 ab. In der selben Jahreshauptversammlung wurde Hans Schilling für seine großen Verdienste um den Sportverein zum Ehrenvorsitzenden gewählt.
1970 erlebte die Mannschaft einen großen Erfolg, als sie den Aufstieg in die Kreisliga A schaffte.

1973 und 1974 wurde ein neues Sportheim errichtet. Die Sportheim-Einweihung wurde zusammen mit dem 50jährigen Vereinsjubiläum begangen. Das Fest begann mit er Einweihung des Sportheimes durch Dekan Brunner. Die verdienten Mitglieder Hans Schilling, Ehrenvorstand, Alfons Stehle, Ehrenvorstand, und Alois Rack, Ehrenmitglied, wurden mit den Ehrenbrief des Württembergischen Landessportbundes ausgezeichnet.
In der Spielsaison 1974 konnte die Elf zum ersten Mal mit einer Reservemannscht antreten.

1977 wurde mit erheblichem Kostenaufwand die Neuanlegung des Hauptspielfeldes begonnen. Während dieser Zeit pachtete der Verein zwei Wiesen als Ausweichplatz. Der Bau des Sportplatzes wurde zügig durchgeführt, so daß 1978 die Einweihung erfolgen konnte. Anschließend sorgte der SVR für die Zufahrt und den zugehörigen Parkplatz am Sportheim. Ein enormer Kostenfaktor für die Vereinskasse war der Kauf eines Rasenmähers, der die optimale Pflege des Sportplatzes gewährleistete. Im Ort wurden Kanalisations- und Straßenbauarbeiten durchgeführt. Der Bauschutt wurde zum Bau eines zweiten Rasenplatzes verwendet.

1980 wurde von Mitgliedern des Sportvereins der Bau einer neuen Garage mit Erweiterung der Sportheimküche durchgeführt. 1982 wurde das schon lange dringend benötigte Ballfangnetz angebracht.

Ein sportlicher Höhepunkt für den Sportverein war das Jahr 1982. Am 6.6.1982 siegte die Mannschaft im letzten Spiel der Rückrunde der Kreisliga A und stand als Aufsteiger in die Bezirksliga fest. Danach folgte der dreimalige Gewinn des Donau-Heuberg-Verwaltungspokals, der somit in den Besitz des SVR überging. Nicht zu vergessen sind auch die Erfolge bei den Pfingstturnieren in den Jahren 1977 und 1978 in Kolbingen sowie die ersten Plätze bei den Turnieren in Böttingen, Mahlstetten und Königsheim im Jahre 1979. Beim Heuberg-Pokalturnier war unsere Mannschaft nach 1977 wiederum in den Jahren 1983 und 1984 erfolgreich.

Die Frauengymnastik wurde 1980 in den Verein aufgenommen. Weil der Skilanglauf auch in unserer Gemeinde immer beliebter wurde, hat sich der Sportverein entschlossen 1982 ein Loipenspurgerät zu kaufen. 1983 gab Anton Stehle das Amt des Vorsitzenden ab, für seine Verdienste wurde er einstimmig neben Hans Schlling zum Ehrenvorsitzenden ernannt.
Im Jahre 1983/84 wurden am Sportheim Renovierungsarbeiten durchgeführt. Außerdem wurden in eigener Regie die Hanglagen bepflanzt und die Anlage vor dem Sportheim wurde neu gestaltet.

1984 feierte der Sportverein im großen Rahmen das 60jährige Vereinsjubiläum, verbunden mit der Einweihung des zweiten Rasenplatzes duch Herrn Pfarrer Locherer.
Anläßlich des 60jährigen Jubiläums 1984 wurde den beiden Ehrenvorsitzenden Hans Schilling und Anton Stehle die Landesehrennadel des Landes Baden-Württemberg durch Bürgermeister Kurt Frick überreicht. Vom Württembergischen Fußballverband erhielten Vorsitzender Josef Schilling, Kassier Ferdinand Rack, Schriftführer Werner Moser, Jugendleiter Werner Benz, Andreas Schilling, Alois Rack und Josef Stehle den Verbands-Ehrenbrief. Die aktive Verbandsehrennadel erhielt Xaver Stehle und Eusebius Schilling. Der Württembergische Landessportbund ehrte bei diesem Jubiläum Ewald Hipp mit dem Ehrenbrief des WLSB, und Ehrenvorstand Anton Stehle mit dem Lorbeerblatt in Gold.

Um das Trainig für die aktiven Mannschaften auszuweiten, wurde 1984 unter hohem finanziellen Aufwand eine Flutlichtanlage angeschafft. Im Jahr 1985 mußten eine neue Wasserleitung an das Sportheim gelegt werden. Erster Vorsitzender Josef Schilling, wurde am 13. April 1985 bei der Hauptversammlung der Sportkreises in der Donautalhalle in Fridingen, einstimmig als Referent für Versicherungsfragen und Steuern in den Sportkreis Tuttlingen gewählt. Aufgrund der 15-jährigen Kassierertätigkeit, und den weiteren Aktivitäten für die Renquishausener Vereine wurde dem Ehrenmitglied Ferdinand Rack am 6. Februar 1987 die Ehrennadel des Landes Baden-Württemberg überreicht. Ebenso erhielt Berhold Horn und Franz-Josef Rack den Verbands-Ehrenbrief des Württembergischen Landessportbundes.

1989 feierte der Verein sein 65jähriges Jubiläum, verbunden mit dem AH-Heuberg-Pokalturnier. Vorsitzender Josef Schilling konnte zusammen mit Kassier Ferdinand Rack, bei diesem Fest mit der silbernen Ehrennadel des Württembergischen Landessportbundes ausgezeichnet werden.

Um den neuen Rasenmäher und weitere Geräte unterzustellen, haben die Mitglieder 1990 in eigener Regie eine Garage gebaut. Absoluter Höhepunkt in dem Vereinsjahr 1991 war die Ausrichtung des Aktiv-Heuberg-Pokalturniers. Noch nie hatten sich so viele Festbesucher auf unserem Sportgelände eingefunden. Sie konnten sich darüber freuen, daß die Aktiven unseres Vereins als Heuberg-Pokalsieger den Platz verließen.

1991 wurde der Vorsitzende Josef Schilling für 25 Jahre ununterbrochene Ausschußtätigkeit von dem zweiten Vorsitzenden Theo Rack mit einem Geschenk beehrt.

Der Breitensport nimmt ein immer größer werdendes Betätigungsfeld im Verein ein. Das Dorfturnier, der wöchentliche Lauftreff, das Frauenturnen, die Herrengymnastik, sowie die Waldlaufmeisterschaften beim Dorffest erfreuen sich immer größerer Beliebtheit.

Wir werden auch in Zukunft Geschichte schreiben und freuen uns wenn Sie uns beim Gestalten helfen.